Die meisten Landingpages scheitern nicht am Design, sondern an der Reihenfolge. Wer zu früh den Preis zeigt, verliert. Wer zu spät zum Punkt kommt, auch. Dieser Leitfaden beschreibt eine Abfolge von acht Abschnitten, die sich in der Praxis bewährt hat, und was in jeden davon gehört.
- Eine Landingpage hat eine Reihenfolge, keine Sammlung: Versprechen, Beweis, Angebot, Einwand, Handlung.
- Jeder Abschnitt hat genau eine Aufgabe. Wer keine hat, fliegt raus.
- Vertrauen kommt vor Preis. Wer noch zweifelt, liest keine Tabelle.
- Ein Ziel je Seite. Zwei gleichwertige Handlungsaufforderungen halbieren beide.
Warum die Reihenfolge wichtiger ist als die Optik
Eine Landingpage ist ein Gespräch, das nur in eine Richtung läuft. Du kannst nicht nachfragen, also musst du die Fragen deiner Besucher in der Reihenfolge beantworten, in der sie auftauchen. Zuerst: Worum geht es. Dann: Betrifft mich das. Dann: Kann ich das glauben. Erst danach: Was kostet es.
Wer diese Reihenfolge umstellt, arbeitet gegen den Leser. Ein Preisblock direkt unter dem Hero trifft auf jemanden, der noch gar nicht weiß, wofür er zahlen soll. Ein Erfahrungsbericht ganz unten trifft auf jemanden, der längst weg ist.
Die gute Nachricht: Die Abfolge ist unabhängig von der Branche. Ob Software, Handwerk oder Kurs, die Fragen im Kopf sind dieselben.
1. Hero: Versprechen, Bild, ein Weg weiter
Der Hero beantwortet in einem Satz, was jemand bekommt und für wen es gemacht ist. Nutze die Überschrift für das Versprechen, nicht für den Firmennamen. Eine Zeile darunter erklärt den Kontext, mehr braucht es nicht.
Dazu gehört ein Bild, das das Produkt tatsächlich zeigt, kein Symbolfoto. Ein einziger Button, klar benannt, etwa Termin buchen oder Demo starten. Zwei gleich starke Buttons nebeneinander halbieren die Aufmerksamkeit.
Wenn du bereits Belege hast, gehört ein knapper Hinweis direkt unter den Button: eine Zahl, drei Logos oder eine Bewertung. Nicht mehr.
Gute Heroes nehmen Entscheidungen ab.
Drei Anordnungen, die tragen. Welche passt, entscheidet das Bildmaterial, nicht der Geschmack.
2. Problem: den Schmerz benennen, nicht ausschmücken
Der zweite Abschnitt zeigt, dass du das Problem kennst. Ein Satz reicht oft, wenn er präzise ist. Statt allgemeiner Floskeln über Effizienz beschreibst du die konkrete Situation: Angebote werden in drei Tabellen gepflegt, niemand weiß, welche aktuell ist.
Wichtig ist der zweite Teil: Was passiert, wenn es so bleibt. Verlorene Stunden, doppelte Arbeit, verpasste Fristen. Diese Folge macht aus einem Ärgernis einen Grund zu handeln.
Halte den Abschnitt kurz. Wer zu lange im Problem bleibt, wirkt belehrend.
3. Ergebnis: der Zustand danach
Jetzt beschreibst du, wie der Alltag aussieht, wenn das Problem gelöst ist. Nicht die Funktionen, sondern das Ergebnis: ein Angebot, das in vier Minuten steht, und alle sehen dieselbe Version.
Ein Vorher-Nachher-Vergleich funktioniert hier gut, solange er ehrlich bleibt. Zwei Spalten, jeweils drei Zeilen, keine Übertreibung.
Dieser Abschnitt ist der Übergang von Aufmerksamkeit zu Interesse. Wer hier nickt, liest weiter.
- Rollen- und Rechteverwaltung
- Automatisierte Versionierung
- Zentrale Datenhaltung
- Echtzeit-Synchronisation
- Jeder sieht nur, was ihn betrifft.
- Es gibt immer nur eine gültige Fassung.
- Das Angebot steht in vier Minuten.
- Niemand fragt mehr, welche Datei die aktuelle ist.
4. Belege: Zahlen, Namen, Gesichter
Ab hier braucht deine Behauptung Rückendeckung. Am stärksten wirken Erfahrungsberichte mit Foto, vollem Namen und Rolle. Ein anonymes Zitat mit fünf Sternen überzeugt niemanden mehr.
Zahlen helfen, wenn sie konkret sind. Statt hunderte zufriedene Kunden lieber 340 Betriebe seit 2021 oder Antwortzeit unter zwei Stunden. Konkrete Zahlen wirken geprüft, runde Zahlen wirken geschätzt.
Logos sind das schwächste Signal, aber sie kosten wenig Platz. Setze sie als ruhige Reihe, nicht als bunte Wand.
5. Nutzen: drei bis fünf, aus Sicht des Lesers
Jetzt darfst du in die Tiefe. Wähle drei bis fünf Punkte und schreibe sie als Nutzen, nicht als Funktion. Nicht Rollen und Rechte, sondern jeder sieht nur, was ihn betrifft.
Ein Icon pro Punkt reicht, und es muss zum Inhalt passen. Dreimal dasselbe Häkchen sagt nichts. Wenn ein Punkt eine Zahl hat, braucht er kein Icon mehr.
Mehr als fünf Punkte lesen sich wie eine Liste zum Abhaken. Was übrig bleibt, gehört in die Dokumentation, nicht auf die Landingpage.
6. Preise: drei Optionen, eine empfohlen
Drei Stufen sind der bewährte Aufbau: ein günstiger Einstieg, das eigentliche Angebot und eine größere Variante. Die mittlere Karte wird hervorgehoben, weil die meisten Menschen die Mitte wählen, wenn sie unsicher sind.
Jede Karte listet vier bis fünf Punkte, formuliert als Nutzen. Der Preis steht groß, die Abrechnungsart klein darunter. Wenn du eine Testphase hast, gehört sie an den Button, nicht in eine Fußnote.
Verstecke nichts. Zusatzkosten, die erst im Warenkorb auftauchen, kosten dich mehr Vertrauen, als sie einbringen.
7. FAQ: die fünf bis sieben echten Einwände
Die FAQ ist kein Platz für bequeme Fragen. Sammle die Einwände, die im Verkaufsgespräch tatsächlich kommen, und beantworte sie direkt: Laufzeit, Kündigung, Datenspeicherung, Aufwand bei der Einführung, Rückgabe.
Eine ehrliche Antwort auf eine unbequeme Frage wirkt stärker als drei Antworten auf harmlose. Wenn etwas nicht geht, schreib das hin. Das spart beiden Seiten Zeit.
Fünf bis sieben Fragen sind genug. Alles darüber liest niemand mehr.
8. Abschluss: das Versprechen noch einmal
Der letzte Abschnitt wiederholt in eigenen Worten, was der Leser bekommt, und stellt denselben Button noch einmal hin. Wer bis hierher gelesen hat, will nicht nach oben scrollen müssen.
Keine neuen Argumente, keine zweite Preisliste. Ein Satz, ein Button, fertig. Wenn du magst, ein kleiner Hinweis darunter, der die letzte Hürde nimmt: keine Kreditkarte nötig oder jederzeit kündbar.
Prüfe zum Schluss die Seite auf dem Telefon. Die meisten Besucher lesen sie dort, und dort entscheidet sich, ob deine Reihenfolge trägt.
Abschnitte, die fast immer fehlen
Die meisten Landingpages haben zu viele Abschnitte und trotzdem eine Lücke. Diese drei fehlen am häufigsten.
- Der Einwand. Was hält Leute ab? Preis, Aufwand, Vertrag, Zweifel an der Qualität. Wer das offen anspricht, gewinnt mehr als jemand, der es umgeht.
- Der Beweis in Zahlen oder Bildern. Ein Satz einer echten Kundin schlägt drei Absätze über die eigene Haltung.
- Der nächste Schritt in klaren Worten. Nicht mehr erfahren, sondern Termin buchen oder Preis ansehen. Menschen klicken, was sie verstehen.
Streiche jeden Abschnitt, dessen Aufgabe du nicht in einem Satz sagen kannst.
So prüfst du deine Reihenfolge
Die Reihenfolge stimmt, wenn jemand die Seite von oben nach unten lesen kann, ohne zurückzuspringen.
- Schreibe je Abschnitt eine Aufgabe auf. Ein Satz, kein Titel. Abschnitte ohne Aufgabe fallen dabei von selbst auf.
- Lies nur die Überschriften. Ergeben sie zusammen eine Geschichte? Wenn nicht, stimmt entweder die Reihenfolge nicht oder die Überschriften sagen nichts.
- Gib die Seite jemandem ohne Kontext. Frage nach dreißig Sekunden, was angeboten wird und was man tun soll. Das ist der ganze Test.







